Elektrolytstörungen auf der Intensivstation: Der Volumenstatus lässt sich am Bett nicht schätzen

Kaum ein Intensivpatient bleibt verschont. Im Verlauf entwickeln bis zu 75 Prozent eine Hypophosphatämie, über 65 Prozent einen Magnesiummangel, bis zu 25 Prozent eine Hyponatriämie. Bei Aufnahme haben 17 Prozent zu wenig und 12 Prozent zu viel Kalium. Eine aktuelle Übersichtsarbeit ordnet diese Störungen für den Alltag ein. Ihr zentraler Punkt ist ein diagnostischer: Der klinische Eindruck trägt hier nicht.

Elektrolytstörungen auf der Intensivstation: Der Volumenstatus lässt sich am Bett nicht schätzen

Akutes Nierenversagen unter Checkpoint-Inhibitoren — die Biopsie bleibt der Goldstandard

Checkpoint-Inhibitoren werden bei immer mehr Tumorentitäten und in immer früheren Krankheitsstadien eingesetzt. Damit steigt auch die Zahl der nephrologischen Konsile. Die 34. Acute Disease Quality Initiative hat dazu die erste multidisziplinäre Konsensusarbeit vorgelegt: 16 Aussagen aus einem Delphi-Verfahren mit über 85 Prozent Zustimmung.

Akutes Nierenversagen unter Checkpoint-Inhibitoren — die Biopsie bleibt der Goldstandard

Unter 120 oder unter 130: Welches Blutdruckziel gilt bei CKD?

Wer Patienten mit chronischer Nierenerkrankung und Hypertonie behandelt, steht vor zwei Zielwerten. KDIGO empfiehlt seit 2021 einen systolischen Blutdruck unter 120 mmHg, wenn er vertragen wird. Die europäischen Leitlinien bleiben bei unter 130. Dounousi, Georgianos und Agarwal stellen in Nephrology Dialysis Transplantation die Argumente für und gegen das strengere Ziel nebeneinander und schließen mit einem Konsens.

Unter 120 oder unter 130: Welches Blutdruckziel gilt bei CKD?

Herzinfarkt bei chronischer Nierenerkrankung: Symptome und Tests täuschen

Die meisten Menschen mit chronischer Nierenerkrankung erreichen die Dialyse nie. Sie sterben vorher kardiovaskulär. Ein CJASN-Review arbeitet auf, warum die gewohnte kardiologische Diagnostik hier schlechter funktioniert.

Herzinfarkt bei chronischer Nierenerkrankung: Symptome und Tests täuschen

Hämodiafiltration statt Hämodialyse, senkt sie die Sterblichkeit?

Bei der Hämodiafiltration kommt zur Diffusion der klassischen Dialyse die Konvektion hinzu. Über den Filter wird eine große Menge Plasmawasser entfernt und durch Substitutionslösung ersetzt, bei der Postdilution meist 20 bis 30 Liter pro Sitzung. So werden mittelgroße Moleküle wie Beta-2-Mikroglobulin besser entfernt als mit der High-Flux-Hämodialyse. Ob das auch das Überleben verlängert, ist seit Jahren die zentrale Frage.

Hämodiafiltration statt Hämodialyse, senkt sie die Sterblichkeit?

Was macht einen Arzt über viele Berufsjahre gut? Fünf Punkte von Mayur Lakhani

Wer Medizin studiert oder in der Weiterbildung steckt, kennt die Zweifel. War die Studienwahl richtig? Hält man die Belastung über Jahrzehnte durch? Lohnt sich der Aufwand? Mit genau diesen Fragen beginnt Prof. Mayur Lakhani seinen Vortrag vor Medizinstudenten. Er nennt den ständigen Wandel im britischen Gesundheitssystem, das Gefühl, dauernd kämpfen zu müssen, und die Sorge um die eigene Laufbahn.

Was macht einen Arzt über viele Berufsjahre gut? Fünf Punkte von Mayur Lakhani

Zeigt ein Urinmarker früher als eGFR und Albuminurie, dass die Nierenfunktion abnimmt?

Die Risikoeinschätzung bei chronischer Nierenerkrankung ruht auf drei Säulen: eGFR, Albuminurie und Grunderkrankung. So sieht es auch die KDIGO-Leitlinie 2024 vor. Diese Werte sind unverzichtbar, sie messen aber nicht direkt, was im Tubulointerstitium passiert. Tubulointerstitielle Fibrose und Tubulusatrophie in der Biopsie haben eine eigene prognostische Aussagekraft. Die Biopsie ist jedoch invasiv und wird nur gezielt eingesetzt.

Zeigt ein Urinmarker früher als eGFR und Albuminurie, dass die Nierenfunktion abnimmt?

Ab welchem Blutzucker bekommt ein Intensivpatient Insulin?

Kritische Erkrankung, Operation und Trauma lösen eine Stressreaktion aus. Die Folge sind Insulinresistenz und erhöhte Blutzuckerwerte. Der Zusammenhang zwischen Blutzucker und Sterblichkeit auf der Intensivstation verläuft U-förmig, mit dem niedrigsten Risiko im altersentsprechenden Nüchternbereich. Solche Beobachtungsdaten sind allerdings durch die Schwere der Erkrankung verzerrt, weshalb es randomisierte Studien braucht.

Ab welchem Blutzucker bekommt ein Intensivpatient Insulin?

Albumin oder Gesamteiweiß im Urin: Macht es für die Prognose bei CKD einen Unterschied?

Die Leitlinien empfehlen zur Einschätzung der chronischen Nierenerkrankung die Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin (UACR). Der Grund: Sie ist statistisch enger mit Nierenversagen verbunden als die Protein-Kreatinin-Ratio (UPCR). Die UACR braucht aber ein immunturbidimetrisches Verfahren, das nicht überall verfügbar ist. Die UPCR läuft mit breit verfügbarer Kolorimetrie.

Albumin oder Gesamteiweiß im Urin: Macht es für die Prognose bei CKD einen Unterschied?

Wann solltest du bei Bluthochdruck an einen primären Hyperaldosteronismus denken?

Der primäre Hyperaldosteronismus ist häufig und bleibt oft unerkannt. Ein JAMA Insights von Rafey, Davis und Hamrahian fasst zusammen, was die Leitlinien der Endocrine Society und von AHA und ACC aus dem Jahr 2025 zu Screening, Diagnostik und Therapie sagen. Es ist eine kurze klinische Übersicht, keine neue Studie. Für den Alltag ist sie trotzdem nützlich, weil sie die beiden Leitlinien nebeneinanderstellt.

Wann solltest du bei Bluthochdruck an einen primären Hyperaldosteronismus denken?