Die erste CKM-Leitlinie: Herz, Niere und Stoffwechsel an einem Tisch

Drei Jahre nach der Erstdefinition des kardiovaskulär-renal-metabolischen (CKM-)Syndroms — die erste gemeinsame Leitlinie.

Der jahrzehntelange Rückgang der kardiovaskulären Sterblichkeit ist ins Stocken geraten. Ein wesentlicher Treiber: Adipositas — genauer das viszerale Fett um die Taille und seine Spätfolgen an Herz und Niere.

Drei Jahre nach der Erstdefinition des CKM-Syndroms (AHA 2023) gibt es jetzt die erste gemeinsame Leitlinie — kardiovaskulär-renal-metabolisch, getragen von AHA, ACC, ASN und ADA (2026).

Key Takeaways

  • Adipositas als Wurzel — nicht nur über den BMI, sondern konsequent auch über den Taillenumfang. Das metabolisch aktive Bauchfett treibt die Cluster aus Diabetes, CKD und kardiovaskulärem Risiko.
  • Die Niere als kardiovaskulärer Risikofaktor: eGFR bei allen Erwachsenen, Albuminurie (UACR) gezielt ab Stadium 2 — Kreatinin allein unterschätzt das Risiko.
  • Stadien 0–4 mit klarem Ziel: frühe Stadien zurückdrehen, nicht nur verwalten.
  • Geteilte Therapiesäulen: SGLT2i, GLP-1, RAS-Blockade, Finerenon.
  • Versorgung im Team — idealerweise mit einer festen Koordinationsperson.

Ehrlich eingeordnet

Der größte Fortschritt ist konzeptionell. Die Leitlinie zwingt uns, Silos aufzugeben und Kardiologie, Nephrologie und Diabetologie an einen Tisch zu holen. Die schwierigste Empfehlung ist zugleich die wichtigste — interdisziplinäre Koordination in einem fragmentierten System tatsächlich zu leben.


Quelle: 2026 AHA/ACC/ADA/ASN Guideline for CKM Syndrome (JACC/Circulation 2026; DOI: 10.1016/j.jacc.2026.03.056). Vorsitz der Schreibgruppe: Chiadi Ndumele, Johns Hopkins.

Hinweis: Darstellung der Studienevidenz, keine individuelle Therapieempfehlung.