Eiweiß im Urin ist ein häufiger Befund, oft zufällig beim Urinstreifentest. Ein einzelner positiver Test bedeutet noch keine Nierenerkrankung. Bleibt die Eiweißausscheidung aber dauerhaft erhöht, ist sie eines der wichtigsten Warnzeichen der Nieren und sollte abgeklärt werden.
Was mit „Eiweiß im Urin“ gemeint ist
Gesunde Nieren halten Eiweiß weitgehend im Blut zurück. Ist der Nierenfilter geschädigt, tritt vermehrt Eiweiß in den Urin über, vor allem Albumin. Fachleute sprechen von Proteinurie (Eiweiß allgemein) oder Albuminurie (Albumin).
Vorübergehend oder dauerhaft?
Vorübergehend kann die Eiweißausscheidung zum Beispiel bei Fieber, nach starker körperlicher Belastung oder bei einem Harnwegsinfekt ansteigen. Deshalb sollte ein auffälliger Wert wiederholt gemessen werden. Erst wenn die Ausscheidung über mehrere Monate erhöht bleibt, spricht man von einer dauerhaften Eiweißausscheidung.
Wie man es genau misst
- Urinstreifentest: einfach und schnell, erfasst geringe Mengen aber oft nicht und eignet sich nur als erster Hinweis.
- UACR (Harn-Albumin-Kreatinin-Ratio): der genauere Wert aus einer einfachen Urinprobe. Er zeigt, wie viel Albumin im Verhältnis zum Kreatinin ausgeschieden wird. Mehr dazu auf der Seite UACR – was der Urinwert bedeutet.
Mögliche Ursachen
Häufig stecken Bluthochdruck oder Diabetes dahinter. Seltener sind entzündliche Nierenerkrankungen, angeborene Erkrankungen oder Medikamente die Ursache. Kommt zusätzlich Blut im Urin hinzu, sollte die Abklärung zügig erfolgen.
Warum der Wert so wichtig ist
Eine dauerhaft erhöhte Eiweißausscheidung zeigt eine Schädigung der Nieren oft an, bevor die Filterleistung (eGFR) sinkt. Sie ist zugleich ein Hinweis auf ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko. Je höher die Ausscheidung, desto wahrscheinlicher schreitet eine Nierenerkrankung fort.
Was man tun kann
- Den Wert im Verlauf kontrollieren lassen, am besten als UACR.
- Die Ursache klären lassen.
- Blutdruck und, falls vorhanden, Blutzucker gut einstellen.
- Klären, ob nierenschützende Medikamente infrage kommen; manche senken die Eiweißausscheidung gezielt.
Schäumender Urin kann ein Hinweis sein, ist aber kein verlässliches Zeichen. Entscheidend ist die Messung.
Weiterlesen
- UACR – der Urinwert
- eGFR 45 – wie schlimm ist das?
- Bluthochdruck und Nieren
- Wann sollte ich zum Nephrologen?
- Alle Patienteninformationen im Überblick
Persönliche Einschätzung
Wenn bei Ihnen Eiweiß im Urin festgestellt wurde und Sie wissen möchten, was das für Ihre Nieren bedeutet, kann eine nephrologische Einschätzung den Befund einordnen. Zur nephrologischen Privatsprechstunde
Hinweis: Die Sprechstunde ist eine Privat- und Selbstzahlerleistung.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung.